Als der Kölner Appell 1993 begann, Hausaufgaben für Kinder aus Flüchtlingsunterkünften zu leisten, gab es noch keine allgemeine Schulpflicht für Flüchtlingskinder. Doch die schulischen Probleme von Kindern und Jugendlichen mit Flüchtlings- und Migrationshintergrund sind nicht kleiner geworden. Sie lernen eine Fremdsprache und müssen in einem anderen kulturellen Kontext zurechtkommen. Grundschule oder Gymnasium wird nicht besucht. Das Ziel des Vereins ist, diese Kinder und Jugendlichen dabei zu unterstützen, einen gesellschaftlichen Aufstieg durch Bildung zu erlangen.

Seit 1987 ist der Kölner Appell gegen Rassismus e.V. ein eingetragener und gemeinnütziger Verein und anerkannter Träger der freien Jugendhilfe. Er ist auch ein von der Stadt Köln anerkanntes gefördertes Interkulturelles Zentrum. Auf über 200 m² Fläche sind insgesamt 8 Räume, die montags bis freitags zwischen 13 Uhr und 17 Uhr genutzt werden. Die Einrichtung ist in den folgenden Feldern tätig:

  • Eine kostenlose Übermittagsbetreuung und Hausaufgabenhilfe für 36 Kinder und Jugendliche wird geleistet.
  • Ein zwei-stündiger kostenloser Deutschkurs für Erwachsene (zwischen 4 und 10 TN) findet zweimal in der Woche statt.
  • Eine Sozialberatung wird täglich zu sozial- und ausländerrechtlichen Fragestellungen angeboten.
  • Seit 1993 findet die Antirassismus-Gesprächsgruppe für junge Gefangene in der Justizvollzugsanstalt Köln-Ossendorf statt.
  • Der Verein organisiert weitere Veranstaltungen auf einem großen Kinderspielplatz in Köln-Ehrenfeld (wo der Verein seinen Sitz hat)

Speziell zu Hausaufgabehilfe und Übermittagsbetreuung sind die Schülerinnen und Schüler zwischen 10 und 17 Jahre alt. Sie haben fast alle einen Migrationshintergrund. Viele stammen aus dem Irak, andere sind italienischer, pakistanischer, afghanischer, syrischer oder bulgarischer Herkunft.
Die Teilnehmer des Deutschkurses und der Sozialberatung sind aus Italien, der Türkei oder Marokko und wohnen überwiegend in Ehrenfeld.
Mitarbeiter: 1 ehrenamtlicher Geschäftsführer (Halbzeit) und 4 Honorarkräfte.
Das Team wird zusätzlich mit 47 freiwilligen Helferinnen und Helfer (Schüler, Studenten, beruflich Tätige, Rentner) im Rahmen der Hausaufgabenhilfe unterstützt.

Die interkulturelle Übermittagsbetreuung und Hausaufgabehilfe wird für bis zu ca. 40 Kinder und Jugendliche von Montag bis Freitag jeweils von 12-17 Uhr angeboten. Um 14 Uhr findet das gemeinsame Mittagessen statt. Von 15 bis 17 Uhr werden Hausaufgaben gemacht. Eine Gruppe von SchülerInnen besteht aus drei bis fünf Personen. Zweimal in der Woche findet für jeweils zwei Stunden eine spezielle Deutschförderung für diejenigen statt, die dort erheblichen Unterstützungsbedarf aufweisen. Die Deutschförderung erfolgt eins-zu-Eins-Betreuung.
Aktuell sind 34 Kinder zwischen 10 und 16 Jahre bei dem Verein für die Betreuung angemeldet. Es sind Kinder und Jugendliche aus sozial- und bildungsbenachteiligten Familien, die fast ausnahmslos eine Migrationsgeschichte haben und einen – zum Teil erheblichen – Förderungsbedarf aufweisen. Mit einer Finanzierung von Unterrichtmobiliar und Kücheneinrichtung wird eine weitere Verbesserung der Lernatmosphäre erwartet. Zurzeit bekommt der Kölner Appell das Essen für die Schüler aus einer Firmenkantine gespendet. Aber infolge der Wirtschaftskrise wird dort deutlich gespart, so dass der Anteil der in der Einrichtung gekochten Essen deutlich gestiegen ist.

Facts

  • Finanzierung: 20.000 € für die Anschaffung des Mobiliars für die Nachhilfe (Stühle, Tische, Regale) und die Einrichtung einer kleinen Küche.
  • Patenschaft: Uwe Chlebos, Isolierer bei der G+H Isolierung GmbH in Bochum
    - Für die Jugendlichen in der Nachhilfe könnte mit Unterstützung von Herrn Chlebos geprüft werden, ob ein Praktikum in einem VINCI-Unternehmen möglich ist oder evtl. sogar eine Ausbildung.